Neues aus Indien: Halbjahresbericht von STOP

Immer wieder sind wir überrascht von der vielfältigen und stets innovativen Arbeit unserer Partner*innen in Indien - vor allem wenn wir ihre Tätigkeiten gebündelt vor Augen geführt bekommen. So auch diesmal, als wir einen Halbjahresbericht von STOP zugeschickt bekamen, welchen wir im Folgenden für euch zusammenfassen wollen.

Impfwillige aus den Communities warten bei einem Impfcamp von STOP vor der Anmeldung.
Anstehen für die Impfung

Natürlich waren auch die letzten Monate überschattet von der Corona-Pandemie, doch wie ihr wisst ließ sich STOP von den damit verbundenen Schwierigkeiten nicht lähmen, sondern entwickelte ihre Arbeit konsequent weiter. Vom Gesundheitsprojekt Health 100 und den Impfcamps haben wir in der Vergangenheit ja schon ausführlich berichtet - letztere finden bis Ende Mai weiter regelmäßig statt, und teils werden hier bereits Zweit- und Boosterimpfungen verabreicht. Auf die gewonnenen Erfahrungen in der Gesundheitsversorgung und Zusammenarbeit mit medizinischen Stellen möchte STOP in Zukunft weiter aufbauen. Darüberhinaus läuft auch die während des Lockdowns vor einem Jahr eingeführte Homeschooling-Initiative nach wie vor erfolgreich weiter: Etwa hundert Schüler*innen aus den beiden Communities Tigri und Tughlakabad bereiten sich aktuell mit Unterstützung von STOP auf ihre Jahresabschlussprüfungen vor.

Freiwillige Helferinnen in den Communities packen Smartphones für das digitale Bildungsprogramm von STOP aus.
Smartphone-Unboxing

Doch es gibt auch Neues, denn gegen Ende letzten Jahres haben unsere Partner*innen gleich drei neue Special Projects angestoßen, jedes davon in einer anderen Gegend: Im Stadtviertel Tughlakabad in Delhi sollen zukünftig 150 Frauen die Chance bekommen, über bis zu drei Monate an einem digitalen Bildungsprogramm teilzunehmen. Der Hintergedanke: Oft ist das einzige Smartphone innerhalb armer Familien im Besitz des Ehemanns, was nicht nur eine starke soziale Abhängigkeit der Frauen schafft - da sowohl Arbeitskommunikation als auch Bankgeschäfte in Indien viel über mobile Endgeräte abgewickelt werden, sind sie somit auch finanziell unmündig. In den von STOP geplanten Kursen sollen die Frauen deshalb nicht nur die Bedienung von Smartphones und wichtigen Apps erlernen, sondern auch gleich wie man ein Bankkonto aufmacht und verwaltet, und somit in der Zukunft digital und finanziell eigenständiger werden können.


Die anderen beiden Special Projects finden außerhalb von Delhi in Regionen statt, wo STOP bereits seit einigen Jahren mit Sozialarbeit tätig ist: In den Westbengalen werden für Frauen nun Trainingsangebote zur Verbesserung des Lebensunterhalts angeboten - von Bienenhaltung und Honigproduktion bis Stickerei und Modedesign. Das Besondere dabei ist, dass dieses Programm in einem sogenannten Widow Village läuft, wo viele Männer von dort wild vorkommenden Tigern attackiert wurden. STOP identifiziert die Witwen, die mit ihren Ehemännern auch den Lebensunterhalt verloren haben, und bietet ihnen mit den Trainingsangeboten die Chance in Zukunft für sich selbst zu sorgen.


In einigen Dörfern von Rajasthan schließlich erweitert STOP nun ihr Engagement mit einem Gesundheitsprogramm, insbesondere verstärkter Aktivität gegen Drogenmissbrauch, welcher in vielen Fällen zu innerfamiliärer Gewaltausübung durch Männer beiträgt. Bislang haben sich unsere Partner*innen hierfür mit staatlichen Stellen vernetzt, wollen sich aber in Zukunft auch über ihre in Delhi erprobten und bewährten Strategien verstärkt einbringen - also mit der Hilfe von Freiwilligen vor Ort, die als Change Agents ausgebildet und eingesetzt werden.

Prof. Roma Debabrata und das STOP-Team mit den ersten beiden Empfängerinnen des Indira Lahiri Scholarship Programme.
STOP-Team mit Stipendiatinnen

Zu guter Letzt hat STOP in Zusammenarbeit mit einem indischen Unterstützer nun auch noch das Indira Lahiri Scholarship Programme ins Leben gerufen, das sich an sozio-ökonomisch benachteiligte Mädchen und junge Frauen richtet und sie in ihrer schulischen Entwicklung fördern soll. In einer ersten Runde wurden am internationalen Frauentag in einer Art Talentwettbewerb zwei Mädchen ausgewählt, künftig soll der Stipendiumsfonds aufgestockt werden und damit deutlich mehr Empfängerinnen ermöglichen.

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